Neubeginn in der CDU

Neubeginn in der CDU
16.04.2022

Die Eifel-Mosel Zeitung sprach mit dem neuen Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU, Gordon Schnieder MdL, über die Zukunft seiner Partei

EMZ: 96 Prozent der Delegierten haben beim Landesparteitag in Wittlich für Sie gestimmt. Ist das ein Grund zur Freude?
Gordon Schnieder: Über dieses Ergebnis habe ich mich sehr gefreut. Natürlich spiegeln sich in einem solchen Ergebnis auch Erwartungen. Ich habe den festen Willen, die in mich gesteckten Hoffnungen auch zu erfüllen.

EMZ: Die CDU lebt hier in Rheinland-Pfalz seit mehr als drei Jahrzehnten in der Hoffnung wieder die Regierung zu stellen. Was macht Ihnen Mut, dass dies beim nächsten Mal gelingen wird?
Gordon Schnieder: Zuerst müssen wir die eigenen Parteimitglieder wieder erreichen. Dazu müssen wir sie stärker in die Arbeit einbinden und auch mehr auf das hören, was die Basis fordert. Wir müssen das Vertrauen der Parteimitglieder wiedergewinnen und jeder muss wissen, für was die CDU steht. Wir streben an, die modernste Partei Deutschlands zu werden. Wenn die Mitglieder wieder öffentlich sagen: Ja, ich bin gerne CDU-Mitglied, dann haben wir ein wichtiges Ziel erreicht. Von unseren über 35.000 Mitgliedern muss dann der Funke überspringen auf den Rest der Bevölkerung. Dabei wird es entscheidend sein, dass wir allen Menschen klare Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit geben.

EMZ: Welche Themen sollen dabei im Mittelpunkt stehen?
Gordon Schnieder: Es soll eine Freude sein, in Rheinland-Pfalz zu leben. Daher müssen unsere Kommunen, die Städte und ländlichen Regionen noch attraktiver werden. Wir müssen uns auf die Themen konzentrieren, die den Menschen unter den Nägeln brennen und die in die Zuständigkeit des Landes fallen. So muss die Infrastruktur moderner werden, in allen Bereichen. Wirtschaft und Verwaltung brauchen eine Entbürokratisierung; denn gute Ideen müssen schnell umgesetzt werden. Damit eine neue Erfinder- und Entdeckerkultur entstehen kann, ist die beste Bildung für die Kinder und Jugendlichen in Schule, Ausbildung und Studium erforderlich. Wir brauchen Master und Meister. Gute Bildung und innovative Unternehmer schaffen sichere Arbeitsplätze. Unverzichtbar ist für alle ein gut aufgestelltes Gesundheitswesen. Wir brauchen auch eine leistungsfähige, starke Polizei, damit die Menschen in Sicherheit leben können.

EMZ: In Ihrer Bewerbungsrede zum Amt des Generalsekretärs haben Sie die Bedeutung jedes einzelnen Parteimitglieds hervorgehoben. Was charakterisiert den neuen Kurs der CDU in Rheinland-Pfalz?
Gordon Schnieder: Im Amt des Generalsekretärs sehen viele einen Angreifer, der den politischen Gegner stellt. Das gehört dazu, aber noch sehr viel mehr. Der Generalsekretär gibt die Richtung für neue Ideen vor, ist aber ebenso die Schnittstelle zu den Mitgliedern. Zudem wird vom Generalsekretär der inhaltliche Rahmen mitbestimmt. Wichtig wird die grundsätzliche Haltung sein: Zuerst kommt das Land, dann die Partei und erst dann die einzelne Person.

EMZ: Haben Sie eine Vision von der Zukunft unseres Bundeslandes Rheinland-Pfalz?
Gordon Schnieder: Rheinland-Pfalz ist sehr viel mehr als das Land der Reben und Rüben. Wir haben hier zahllose kreative Köpfe, Ingenieure, Wissenschaftler, hervorragende Handwerker und Dienstleister. Sie erwarten von der Politik, dass die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass sich die Menschen möglichst frei in einer sozialen Marktwirtschaft entwickeln können und gleichzeitig in ihrer Heimat Geborgenheit und Sicherheit erleben.

EMZ: Herr Schnieder, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Gordon Schnieder: Sehr gerne.